Für das Szenario finanzieller Repression positioniert
Die Verschuldung führender Industriestaaten explodiert. Wirtschafts- und Geldpolitik müssen kreativ werden, um dem entgegenzuwirken, Stichwort: Finanzielle Repression. Leitzinsen könnten künstlich niedrig gehalten werden, um der Spirale zu entkommen. Um werthaltig zu investieren, sollten Anleger auf den Härtegrad ihres Portfolios achten – ein unterschätzter Investmentfaktor.

Wie könnten Volkswirtschaften ihrer Schulden Herr werden, ohne dabei politische Primärziele aufzugeben? Wir sehen drei Möglichkeiten: Erstens, eine unpopuläre Konsolidierung des Staatshaushaltes. Zweitens, einen harten Schuldenschnitt, der Wettbewerbsvorteile aufs Spiel setzt. Oder drittens, der schleichende Gang in die finanzielle Repression, die Bürger zwar ihrer Kaufkraft beraubt, jedoch nicht offensichtlich als Eingriff empfunden würde. Und genau deshalb erachten wir letzteres als das wahrscheinlichste Szenario. Entwicklungen in den USA als auch in Europa lassen sich als mögliche Indizien hierfür interpretieren.
Finanzielle Repression – ein Novum?
Zuletzt bedienten sich hochverschuldete Kriegsparteien des 2. Weltkrieges dieses Instrumentariums, um sich ihrer Schulden zu entledigen. Hierbei gibt die Notenbank ihre Unabhängigkeit de facto auf und kooperiert mit dem Staat. Ziel einer finanziellen Repression könnte es sein, einen Vermögenstransfer privater Sparguthaben in Staatsanleihen anzustoßen. Dies gelänge mithilfe negativer Realzinsen, also Leitzinsen der Notenbanken unterhalb der Inflation. Flankiert werden könnte dies mit Anleihekäufen am langen Ende der Zinsstrukturkurve, um Staaten zu ermöglichen, sich wieder längerfristig zu refinanzieren. Und um eine drohende Kapitalflucht zu verhindern, könnten weitere Kapitalverkehrskontrollen zum Einsatz kommen, z. B. eine vorgegebene Allokation in Staatsanleihen oder Einlagenobergrenzen für Sparguthaben.
Was bedeutet dies für Anleger?
Aus Portfoliosicht stellt sich daher die Frage, ob Vermögenswerte das Potenzial haben, attraktive Renditen in einem Umfeld negativer Realzinsen zu erwirtschaften. Insbesondere Anleihebestände können in einem solchen Szenario einer Neubewertung bedürfen. Unter extremen Umständen könnten sogar Unternehmensanleihen höchster Bonität als vertrauenswürdigere Vermögenswerte im Vergleich zu Staatsanleihen angesehen werden. Wenn Anleihen als Beimischung dienen sollen, dann eher am kurzen Ende der Laufzeitenkurve.
Wie lässt sich dem entgegenwirken?
Wichtig ist, auf den „Härtegrad“ eines Vermögenswertes zu achten. Je härter dieser ist, sprich je unelastischer dessen Angebot auf Veränderungen des Preises reagiert, desto weniger können Anteilseigner verwässert werden. Barmittel könnten am stärksten von den Folgen einer finanziellen Repression beeinträchtigt werden. Der Grund? Die Geldmenge einer Fiat-Währung lässt sich beliebig ausweiten. Daher sollten vor allem liquide Vermögenswerte mit einer geringen Angebotselastizität eine besondere Rolle innerhalb der Asset-Allokation einnehmen. Eine Rangfolge dem Härtegrad nach könnte wie folgt aussehen: Gold ist härter als Aktien, Aktien sind härter als Staatsanleihen und diese wiederum sind härter als Fiat-Währung.
Bestens gerüstet mit dem DC Value Global Balanced
Innerhalb der Qualitätsaktien setzen wir Schwerpunkte auf zwei Kategorien: technologieaffine Plattformökonomien einerseits und Konsumgüterwerte andererseits. Historisch ergänzten sich diese beiden Gruppen optimal, was sich positiv auf das Rendite-Risiko-Profil unserer Fonds auswirkte. Essenziell hierbei ist, dass Unternehmen Zugang zum Endkunden haben, Wettbewerbsvorteile ausbauen und Preismacht durchsetzen. Anleihen halten wir ausschließlich am kurzen Laufzeitende und achten auf höchste Bonität der Emittenten. Unsere Gold-Position dient dem Risikoausgleich. Bildlich gesprochen könnte unser Ansatz als Arche für Zeiten steigender ökonomischer Unsicherheit verstanden werden – ein Basisbaustein für die Kapitalanlage.
Über den Autor
Mit 15 Jahren Erfahrung als Investmentstratege und Portfoliomanager ist Jan Rabe seit 2025 Senior Portfoliomanager bei der DC AG in Berlin. Zuvor war er von 2022 bis 2024 Portfoliomanager für globale Aktien und Head of Sustainability bei einem unabhängigen Vermögensverwalter in München. Von 2019 bis 2022 leitete er als Head of ESG-Investmentstrategie und -Integration den Bereich Nachhaltigkeit bei einer Privatbank in Frankfurt. Zwischen 2010 und 2019 arbeitete er als Aktienstratege im Research des Investmentbanking einer internationalen Großbank in Frankfurt und London. Sein Diplom in Betriebswirtschaftslehre erwarb er 2010 an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München.

Die Dickemann Capital Aktiengesellschaft (DC AG) ist ein bankenunabhängiges und inhabergeführtes Finanzdienstleistungsinstitut mit Sitz in Berlin. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2008 von Jürgen Dickemann gegründet und im Juli desselben Jahres der Fonds „DC Value Global Dynamic“ (ehemals „JD 1 – Special Value“), sowie im Laufe der Jahre die Fonds „DC Value Global Balanced“, „DC Value Global Flexible“ und „DC Value Global Equity“ aufgelegt. Der Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft liegt im aktiven Fondsmanagement und der Vermögensverwaltung. Das Team um Jürgen Dickemann verfolgt dabei einen fundamental ausgerichteten und wertorientierten Ansatz. Die Aktienauswahl erfolgt auf der Basis einer eigenentwickelten Datenbank nach fundamentalen Kriterien. Zielkunden der betreuten Fonds und der Vermögensverwaltung sind institutionelle und private Investoren. Die DC AG unterliegt der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
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